Dieses Wochenende war Dijon mit Moto Center Thun angesagt. Bisher war ich erst in Anneau du Rhin unterwegs, umso grösser war die Vorfreude auf Dijon. Wir fuhren also am Freitagnachmittag ab. Wenn man sich die 1.5h nach AdR gewohnt ist, sind die ca. 4h nach Dijon eine halbe Ewigkeit.. zwei Mal. Die Fahrt verlief unspektakulär und mit näher kommendem Ziel, stieg auch die Nervosität. Als ich dann das Hauptgebäude sah, war ich "eher beindruckt". Wir haben uns dann hinten eingereiht und nach wenigen Minuten konnten wir bereits aufs Gelände fahren.
Neben zwei netten Schweizern parkiert und unser popeliges Zelt aufgestellt (dass nun, Windböhen sei dank, Geschichte ist). Danach waren die Vorbereitungen bereits abgeschlossen. Lustigerweise überkam mich beim Anblick der anderen Leute das selbe Gefühl, wie als ich das erste Mal in AdR war. Wir sind da mit unseren Strassentöffs angekommen auf Strassenpneus und haben vor Ehrfucht gezittert (im Übertragenen Sinne), als wir die ganzen "richtigen" Renntöffs mit Rennschale und Slicks sahen, die unter all den Zelten standen. Nun stand mein Renntöff mit Slicks und Rennschale und meinem Zelt und trotzdem muss es gleich ausgesehen haben, da unsere Nachbarn ein mindestens doppelt so grosses Zelt mit doppelt soviel Mopeds hatten.
Von unserem Platz aus konnte man etwas von der abfallenden Linkskurve vor der Parabolika sehen. Als ich sah, wie steil das aussah, lief es mir kalt den Rücken runter.
Danach kurz zur Anmeldung und zur technischen Abnahme, wo alles Reibungslos verlief.
Wir sind dann noch kurz in den Carrefour etwas Verpflegung für die nächsten zwei Tage kaufen und waren auch da erneut beindruckt, ab der gigantischen Auswahl. Geh in einen grossen Migros/Coop bei uns und dann in einen Carrefour, das sind Welten.
Samstag
Am Samstag war die Nervosität nicht mehr so gross, dafür die Vorfreude umso mehr. Irgendwann war es soweit und ich konnte in der ersten Gruppe starten. Was mich sofort positiv überraschte war, dass es eigentlich keine negativ auffallenden Fahrer gab. Bloss einer auf einem Chopper, aber der war nicht zu übersehen mit seinem farbigen Kombi und so fuhr ich die ersten Runden.
Beim ersten Mal die steile Rechts der Parabolika hoch dachte ich nur so "Scheisse ist das steil/geil!" Ich hatte mich im Vorfeld mit Boo ausgetauscht und er hat mir noch als Tipp gegeben, als ersten Bremspunkt die Start/Ziel Linie zu nehmen auf der Geraden und mich dann zur zweiten weissen Linie vorzuarbeiten. Umso toller fühlte ich mich, als ich bereits ab der dritten Runde knapp nach der zweiten weissen Linie bremste und tiptop um die erste Kurve kam. Das Fahren ging super und ich konzentrierte mich darauf, locker und entspannt zu fahren, was auch gut gelang. Zuerst hatte ich Stress, ob ich den 30 Minuten Turn durchhalten würde. Da die Strecke aber wirklich weniger anstrengend als AdR ist, verging die Zeit wie im Fluge und schon war der erste Turn vorbei.
Erstmal etwas trinken und die Sonne geniessen, bevor es auf zum zweiten Turn ging, der leider mein letzter für dieses Wochenende sein sollte. Anfangs lief es gut und ich wurde von Runde zu Runden etwas schneller. Irgendwann fuhr einer mit einer BMW vor mir und ich merkte, dass ich ihn irgendwann werde überholen können. Ich liess mir einige Kurven Zeit und zog dann auf der kurzen Gerade vor der Parabolika an ihm vorbei. Während des Überholens dachte ich noch, dass er jetzt doch mehr am Gas zieht, als gedacht. Doch ich kam vorbei, bremste und nahm die Kurve. Passte soweit und ich war auf dem Weg die Kuppe rauf. Irgendwie dachte ich dann, dass sich meine Körperhaltung nicht so richtig anfühlt und ich viel zu schräg bin. Im selben Moment spürte ich, wie das Hinterrad wegrutschte und ich machte unbewusst und reflexartig das Gas zu. Was dann folgte, war mein erster (und hoffentlich letzter
Ich konnte dann im Schandwagen mitfahren und wurde zu unserem Zelt gebracht. Zuerst mal der Freundin gesagt, dass alles okay ist und dann etwas Wirr rumgelaufen. Ist mir schon ziemlich eingefahren, dieser Abflug. Nach einiger Zeit habe ich mich dann Mal umgezogen und das Motorrad begutachtet. Fussrastenanlage rechts war gebrochen und bei der voderen Bremspumpe ist bei den Schrauben etwas Flüssigkeit ausgetreten. Ansonsten war nur das Heck rechts kaputt und das Sturzpad, sowie Lenderendgewicht und Bremshebel angeschliffen. Auf der anderen Seite war das Heck auf leicht angekratzt, was ich mir aber nicht erklären kann.
Da ich wusste, dass Boo auch Vorort ist, habe ich die Gelegenheit genutzt um kurz Hallo zu sagen. War zwar ein etwas ungünstiger Zeitpunkt, da seine Gruppe grad an der Reihe war. Dabei habe ich glaube ich auch noch Phil_55 getroffen, der mit Boo eine Box hatte?!
Später sind meine Freundin und ich etwas durchs Fahrerlager gestreift, auf der Suche, nach einer Fussrastenanlage. Einzelne Fussrasten waren viele zu finden, aber das ganze Ding natürlich nicht. So war das dann ein kurzes Abenteuer nach Dijon und wir haben dann in aller Ruhe zusammengepackt und sind dann um ca. 18 Uhr wieder Zuhause angekommen.
Im Grossen und Ganzen kann man wohl von Glück im Unglück sprechen und die Reparaturen sollten bis zum nächsten Termin in 3 Wochen in AdR gut zu erledigen sein.
Fazit: tolle Strecke kennengelernt, zwei Forenmember kennengelernt, vom Motorrad gefallen. War ein teures Wochenende, aber man könnte das Geld ja auch dümmer ausgeben.